Ein bisschen Salz

Bevor es mit dem Bus zum Salar de Uyuni ging, war ich letzten Donnerstag noch im Projekt und habe mit den Kindern Brot gebacken, was allen total viel Spaß gemacht hat. Nachmittags bin ich dann zum Busbahnhof gefahren um gemeinsam mit Lena nach Uyuni zu fahren. 
Morgens um 6 kamen wir dann in Uyuni an und wurden von Joshua, Mira, Nathalie und Jelka begrüßt, die aus Sucre kommen 2 Stunden früher da waren und schonmal auf der Suche nach einem Touranbieter waren. Schließlich wurde dann auch ein Anbieter, namens Salty Desert, gefunden. Der Preis und das Angebot waren super und nach der Tour sollte sich herausstellen, dass wir den richtigen Anbieter gewählt haben. Denn insgesamt konnte man feststellen, dass unsere Tour besser war als die anderer Anbieter: besseres Essen, andere Route, mehr Sehenswürdigkeiten, um nur ein paar Vorteile zu nennen. 
Auf jeden Fall ging es dann am Freitagmorgen los mit unserer 3 Tagestour, unser Guide hieß José und war ein netter Typ, der aber mal ab und zu komische Momente hatte. Gefahren ist er super, somit mussten wir uns zu keiner Zeit sorgen um unsere Sicherheit machen. Nur hätte er meiner Ansicht nach ruhig etwas schneller fahren können, aber diese Ansicht ist meinen "Rennfahrergenen" geschuldet. 
Das ganze Gepäck verstaut im Kofferraum und auf dem Dach ging es dann los, erstmal zum Eisbahnfriedhof, wo das Foto und Video machen begann und am Sonntag mit über 1500 Fotos und 150 GoPro Videos enden sollte. Weiter ging es dann zu einem Salzmuseum, inkl. Riesengroßer Dakarskulptur. Dort aßen wir auch zu Mittag und probierten uns dann auch nach dem Essen aus verschiedenste Fotos aus den verschiedensten Perspektiven zu machen, da man auf Grund der flachen Fläche sehr gut mit den Perspektiven spielen kann. Dabei kamen sehr lustige Exemplare bei raus. 
Nachdem wir uns an den Perspektivenbildern versucht haben, ging ey zur Isla de Pescado, welche ihrem Namen auf Grund ihres fischartigen Schatten trägt. Desweiteren wird sie als Insel bezeichnet, weil sie aus der riesigen flachen Salzwüste hinausschaut wie eine Insel. Die Isla de Pescado beherbergt tausende, wenn nicht sogar hundertausende Kakteen, welche teilweise mehrere hundert Jahre alt sind. Vom Gipfel der Insel hat man einen super Ausblick über den Salar und man kann dabei die Ausmaße nur erahnen. Denn selbst vom Weltall aus kann man die Salzwüste sehen. 
Danach steuerten wir Höhlen am Rande des Salar an, die, als die Wüste noch ein See war, unter Wasser standen und sich dadurch einzigartigd Gesteinsformationen gebildet haben. Das war Joshua's Highlight des Tages. Mein Highlight des Tages oder besser gesagt des ganzen Trips war vor den Höhlen. Denn auf dem Weg dorthin wurde der Boden auf einmal noch glatter, da dort der Boden noch feucht war und sich dadurch eine durchgängig glatte weiße Salzflächd bilden konnte. Das alles rief nur förmlich nach einem Halt. Gesagt, getan. Es wurden wieder Fotos gemacht und dann einfach nur die Natur und der Moment genossen, dabei lief aus den Autoboxen "Zuhause ist wir", "Sowie du bist" von Motrip und Miracle's "Endless Summer", was diesen Moment der Perfektion sehr nahe und mir die ein oder andere Träne brachte. Die Natur kann einfach wunderschön sein. 
Nach den Höhlen ging es dann ins Salzhotel, wo wir die Nacht verbrachten. Dabei war der Name Salzhotel Programm, denn das Gebäude bestand hauptsächlich aus Salz. 
Am nächsten Morgen ging es dann weiter mit dem Jeep zu einem Vulkan, der noch immer aktiv ist. Danach fuhren wir zu mehreren Lagunen, die zwischen riesigen Bergen lagen und sich dadurch wiedermals eine traumhafte Landschaft gebildet hat. 
Desweiteren leben in vielen der Lagunen tausende Flamingos. An einem Hang mit Blick auf eine der Lagunen aßen wir dann zu Mittag und konnten dabei die Landschaft genießen. Darauf fuhren wir lange durch die Gegend, kamen an Lamas vorbei,  durchquerten kleine Wüsten, trafen auf riesige Lavagesteinsformationen und kamen dann an der Laguna Colorada an, welche rot ist und auch für tausende Flamingos Lebensraum bietet. Dort machten wir dann auch endlich Fotos mit Lamas. Dann war der Tag auch schon wieder zu Ende und wir fuhren zu unserer Herberge, wo wir etwas aßen, ein bisschen Karten spielten, etwas tranken und dann "früh" ins Bett gingen, denn am nächsten Morgen mussten wir schon um 4:30 aufstehen. 
Das frühe Aufstehen lohnte sich, denn dadurch konnten wir den Sonnenuntergang sehen und waren früh an den Gaysiren. Nach einer weiteren Fahrt kamen wir dann an der Lagune Verde an, wo wir wiedermals nur schnell Fotos machten, denn wir wollten so viel Zeit wie möglich an den heißen Quellen haben um zu baden. Einmal im Wasser wollte man nicht mehr raus. Doch wir mussten, denn es wartete eine lange Fahr nach Uyuni auf uns und Lena & Ich mussten pünktlich zur Abfahrt unseres Busses nach La Paz wieder da sein. Früh genug kamen wir dann auch an in Uyuni, konnten noch Bilder austauschen, eine Pizza mit Lamafleisch für die Heimreise kaufen und uns dann gemütlich in unsere Sitze im Bus legen.
Zuhause waren wir dann schon wieder am nächsten Morgen, mit im Gepäck in La Paz waren dann auch viele schöne Momente und Erfahrungen, die man nicht so schnell vegessen wird. Insgesamt war es ein sehr schönes Wochenende, welches auch anstregend war, aber vorallem auch dadurch toll war, dass wir wieder die anderen Freiwilligen aus Sucre treffen, mit ihnen Zeit verbringen und uns austauschen konnten. Ich denke, dass ich mindestens einmal wieder zum Salar de Uyuni fahren werde und einmal wird mit dem Motorrad sein. Denn während der ganzen Fahrt hat meine Gashand gejuckt. Der Salar de Uyuni: Prädestiniert für das Endurofahren, kein Wunder, dass dieses Jahr die Dakar wieder dort Halt macht.