Zwischen Heimweh und Fernsucht

Lang ist mein letzter Bericht schon her. Es wieder viel passiert und ich hatte leider keine Lust und Zeit gehabt früher zu schreiben.. 

Ich fang mal an mit den Landtagswahlen, die auch hier in Bolivien für uns Freiwilligen sehr präsent waren. Alles was ich zu dem Thema sagen wollte, könnt ihr auf meiner Fb-Seite nachlesen. Aber hier schon einmal kurz gesagt, ich würde mich schämen dieser Partei meine Stimme zu geben, egal aus welchem Grund man sich auch dafür entschieden hat. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat keinen Platz in meiner Welt. 

Wie die Meisten wissen war ich an Weihnachten zuhause und konnte endlich mal wieder Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen. Es war unheimlich schön alle wiederzusehen und jede Sekunde zuhause hat mir wieder Kraft gegeben für meine Arbeit in Bolivien. Die Zeit hat mir auch klar gemacht wie wichtig mir die Nähe zu meinen Liebsten ist und wieviel Kraft eine Umarmung von Papa & Mama einem gibt. Das fehlt..

Als ich wieder in Bolivien angekommen bin, ging es dann auch direkt eine Woche später nach Uyuni um dort die Rally Daker live zu sehen. Es war wirklich unglaublich toll als Motorsportfan so ein Event hautnah mit zu erleben. Ich konnte mich sogar mit den deutschen Teilnehmern Schröder, Vater und Sohn, unterhalten, es war cool, die beiden kennengelernt zu haben. Die Rally Dakar war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung und wenn es irgendwann mal möglich sein sollte, würde ich gerne auch mal dran teilnehmen, vielleicht ja noch mit Papa oder eigenem Sohn..

Später im Januar hatte ich dann mein Zwischenseminar in Sucre, der für mich schönsten Stadt in Bolivien.. Die anderen Freiwilligen alle mal wiederzusehen war wunderschön, aber vorallem war es toll Erfahrungen und Gefühle auszutauschen.. Nach dem Seminar bin ich mit Lena und ein paar anderen Freiwilligen noch für ein paar Tage in Sucre geblieben, um noch ein bisschen das Wetter und die Stadt zu genießen, eine Tour durch die Landschaft rund um Sucre auf Pferden zu machen und noch ein bisschen mit den Freiwilligen aus Sucre Zeit zu verbringen..

An Fassenacht war ich dann mit anderen Freiwilligen beim Carneval in Oruro, der bei weitem nicht mit den närrischen Tagen in Mainz mithalten kann! Ists noch so schee woanners es geht nix ibber Meenz, mehr Worte bedarf es an dieser Stelle nicht..

Ansonsten ist nicht mehr viel passiert, es macht weiterhin viel Spaß im Projekt und die Meisten der Kinder sind mir einfach schon sehr ans Herz gewachsen, dennoch kostet die Arbeit sehr viel Kraft und ich merke, dass ich in letzter Zeit immer kraftloser geworden bin und die Wochenende sehr brauche um wieder Kraft zu tanken, deswegen bin ich auch Ende März in Santiago de Chile und Valparaiso mit Lena! Ich freu mich schon..

Nach meiner Reise gibt es dann wahrscheinlich den nächsten Bericht..

 

 

 

Wie bereits erwähnt, war ich Ende März für 11 Tage in Chile, einem Land, das total anders gegenüber Bolivien ist. Nicht ohne Grund wird Chile die Schweiz Südamerikas genannt, für Lena und mich war es schön mal wieder in einem Land gewesen zu sein, das einem europäischem sehr ähnelt. Man könnte vielleicht aber auch eher von Santiago und Valparaiso/Viña del Mar reden, die sehr europäisch sind im Gegensatz zu den bolivianischen Städten, von ganz Chile kann ich das nicht persönlich behaupten, da ich noch nicht alles in Chile gesehen habe..

Aber ich kann auf jeden Fall sagen, dass die Zeit in Chile sehr gut getan hat, vorallem mal wieder das Meer zu sehen und zu riechen. Nachdem wir am Tag des Meeres nach Santiago geflogen sind, haben wir erstmal noch die Nacht am Flughafen verbracht, um dann morgens einen Bus nach Valparaiso zu nehmen.

Valparaiso ist eine sehr schöne Hafenstadt und hat mich in ihren Bann gezogen, weswegen ich irgendwann auf jeden Fall nochmal wiederkommen möchte um mir vieles noch genauer anzuschauen und mehr von der Umgebung rund um Valparaiso zu sehen. Was die Zeit in Valparaiso einen bisschen vermiest hat, war das Wetter, denn leider war es die meiste Zeit sehr bewölkt, zum Glück hatten wir dann an unserem Strandtag sowie Stadtbesichtigungstag schönes Wetter. Lena und ich waren auch einen Tag surfen in Concon einem Nachbarort von Valparaiso, wobei ich richtig Blut geleckt habe und mir in Deutschland ein Surfboard kaufen werde, es ist einfach ein geiles Gefühl auf dem Brett zu stehen!

In Viña habe ich dann auch Becki getroffen, eine Freiwillige in Chile, die ich bei meinem Auswahlseminar kennengelernt habe. Besucht haben Lena und ich sie in ihrem Projekt einer Musikschule, es war sehr schön Erfahrungen mit ihr auszutauschen über das Freiwilligenleben in Chile und Bolivien. In Valpa haben wir bei einem Einheimischen, namens Lautaro, gewohnt. Seine Wohnung war super nett und hatte einen tollen Ausblick auf den Hafen! Die letzte Nacht ging es dann nochmal in ein Hotel nachdem auch Lena’s Papa in Valpa angekommen war. Im Hotel Boutique Cabernet hatten wir dann nochmal von der Dachterrasse einen traumhaften Blick über ganz Valparaiso! 

Dann ging es am nächsten Tag auch schon wieder nach Santiago, wo ich mir dann einen bisschen die Stadt angeguckt, entspannt, Mainz05 gegen Augsburg und das El Clasico geschaut habe. An meinem letzten Abend in Santiago habe ich mich dann noch mit Annika, einer Mainzerin, die einen Schulaustausch in Santiago macht, und einem deutschen Freund von ihr getroffen um mal eine chilenische Hausparty besuchen. Morgens ging es dann auch schon zum Flughafen und nach 4 Stunden war ich dann auch wieder in La Paz und froh wieder im Bett liegen zu können.

Schlussendlich kann ich sagen, dass die Reise mir sehr gut getan hat, ich habe neue Orte und Menschen kennengelernt und wieder viel über mich und meine Zukunft gelernt. Es ist mir auch nochmal einiges klarer geworden..

 

Zwischen Heimweh und Fernsucht..

 

 

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