Zwischen Heimweh und Fernsucht

Lang ist mein letzter Bericht schon her. Es wieder viel passiert und ich hatte leider keine Lust und Zeit gehabt früher zu schreiben.. 

Ich fang mal an mit den Landtagswahlen, die auch hier in Bolivien für uns Freiwilligen sehr präsent waren. Alles was ich zu dem Thema sagen wollte, könnt ihr auf meiner Fb-Seite nachlesen. Aber hier schon einmal kurz gesagt, ich würde mich schämen dieser Partei meine Stimme zu geben, egal aus welchem Grund man sich auch dafür entschieden hat. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat keinen Platz in meiner Welt. 

Wie die Meisten wissen war ich an Weihnachten zuhause und konnte endlich mal wieder Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen. Es war unheimlich schön alle wiederzusehen und jede Sekunde zuhause hat mir wieder Kraft gegeben für meine Arbeit in Bolivien. Die Zeit hat mir auch klar gemacht wie wichtig mir die Nähe zu meinen Liebsten ist und wieviel Kraft eine Umarmung von Papa & Mama einem gibt. Das fehlt..

Als ich wieder in Bolivien angekommen bin, ging es dann auch direkt eine Woche später nach Uyuni um dort die Rally Daker live zu sehen. Es war wirklich unglaublich toll als Motorsportfan so ein Event hautnah mit zu erleben. Ich konnte mich sogar mit den deutschen Teilnehmern Schröder, Vater und Sohn, unterhalten, es war cool, die beiden kennengelernt zu haben. Die Rally Dakar war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung und wenn es irgendwann mal möglich sein sollte, würde ich gerne auch mal dran teilnehmen, vielleicht ja noch mit Papa oder eigenem Sohn..

Später im Januar hatte ich dann mein Zwischenseminar in Sucre, der für mich schönsten Stadt in Bolivien.. Die anderen Freiwilligen alle mal wiederzusehen war wunderschön, aber vorallem war es toll Erfahrungen und Gefühle auszutauschen.. Nach dem Seminar bin ich mit Lena und ein paar anderen Freiwilligen noch für ein paar Tage in Sucre geblieben, um noch ein bisschen das Wetter und die Stadt zu genießen, eine Tour durch die Landschaft rund um Sucre auf Pferden zu machen und noch ein bisschen mit den Freiwilligen aus Sucre Zeit zu verbringen..

An Fassenacht war ich dann mit anderen Freiwilligen beim Carneval in Oruro, der bei weitem nicht mit den närrischen Tagen in Mainz mithalten kann! Ists noch so schee woanners es geht nix ibber Meenz, mehr Worte bedarf es an dieser Stelle nicht..

Ansonsten ist nicht mehr viel passiert, es macht weiterhin viel Spaß im Projekt und die Meisten der Kinder sind mir einfach schon sehr ans Herz gewachsen, dennoch kostet die Arbeit sehr viel Kraft und ich merke, dass ich in letzter Zeit immer kraftloser geworden bin und die Wochenende sehr brauche um wieder Kraft zu tanken, deswegen bin ich auch Ende März in Santiago de Chile und Valparaiso mit Lena! Ich freu mich schon..

Nach meiner Reise gibt es dann wahrscheinlich den nächsten Bericht..

 

 

 

Wie bereits erwähnt, war ich Ende März für 11 Tage in Chile, einem Land, das total anders gegenüber Bolivien ist. Nicht ohne Grund wird Chile die Schweiz Südamerikas genannt, für Lena und mich war es schön mal wieder in einem Land gewesen zu sein, das einem europäischem sehr ähnelt. Man könnte vielleicht aber auch eher von Santiago und Valparaiso/Viña del Mar reden, die sehr europäisch sind im Gegensatz zu den bolivianischen Städten, von ganz Chile kann ich das nicht persönlich behaupten, da ich noch nicht alles in Chile gesehen habe..

Aber ich kann auf jeden Fall sagen, dass die Zeit in Chile sehr gut getan hat, vorallem mal wieder das Meer zu sehen und zu riechen. Nachdem wir am Tag des Meeres nach Santiago geflogen sind, haben wir erstmal noch die Nacht am Flughafen verbracht, um dann morgens einen Bus nach Valparaiso zu nehmen.

Valparaiso ist eine sehr schöne Hafenstadt und hat mich in ihren Bann gezogen, weswegen ich irgendwann auf jeden Fall nochmal wiederkommen möchte um mir vieles noch genauer anzuschauen und mehr von der Umgebung rund um Valparaiso zu sehen. Was die Zeit in Valparaiso einen bisschen vermiest hat, war das Wetter, denn leider war es die meiste Zeit sehr bewölkt, zum Glück hatten wir dann an unserem Strandtag sowie Stadtbesichtigungstag schönes Wetter. Lena und ich waren auch einen Tag surfen in Concon einem Nachbarort von Valparaiso, wobei ich richtig Blut geleckt habe und mir in Deutschland ein Surfboard kaufen werde, es ist einfach ein geiles Gefühl auf dem Brett zu stehen!

In Viña habe ich dann auch Becki getroffen, eine Freiwillige in Chile, die ich bei meinem Auswahlseminar kennengelernt habe. Besucht haben Lena und ich sie in ihrem Projekt einer Musikschule, es war sehr schön Erfahrungen mit ihr auszutauschen über das Freiwilligenleben in Chile und Bolivien. In Valpa haben wir bei einem Einheimischen, namens Lautaro, gewohnt. Seine Wohnung war super nett und hatte einen tollen Ausblick auf den Hafen! Die letzte Nacht ging es dann nochmal in ein Hotel nachdem auch Lena’s Papa in Valpa angekommen war. Im Hotel Boutique Cabernet hatten wir dann nochmal von der Dachterrasse einen traumhaften Blick über ganz Valparaiso! 

Dann ging es am nächsten Tag auch schon wieder nach Santiago, wo ich mir dann einen bisschen die Stadt angeguckt, entspannt, Mainz05 gegen Augsburg und das El Clasico geschaut habe. An meinem letzten Abend in Santiago habe ich mich dann noch mit Annika, einer Mainzerin, die einen Schulaustausch in Santiago macht, und einem deutschen Freund von ihr getroffen um mal eine chilenische Hausparty besuchen. Morgens ging es dann auch schon zum Flughafen und nach 4 Stunden war ich dann auch wieder in La Paz und froh wieder im Bett liegen zu können.

Schlussendlich kann ich sagen, dass die Reise mir sehr gut getan hat, ich habe neue Orte und Menschen kennengelernt und wieder viel über mich und meine Zukunft gelernt. Es ist mir auch nochmal einiges klarer geworden..

 

Zwischen Heimweh und Fernsucht..

 

 

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Ferien

Seit Anfang Dezember haben die Kinder in Bolivien Ferien und von daher gab es in den letzten Wochen ein Ferienprogramm für die Kaya Kinder. Es ging ins Schwimmbad, in den Park und auf den Fussballplatz, es wurden Plätzchen gebacken, das Kaya Gelände aufgeräumt, gebastelt und vieles mehr. Des Weiteren gab es schon 2 Weihnachtsfeiern, einmal haben die Freunde von Mischa, einer Mitarbeiterin, im Park für die Kinder gegrillt, einen Zauberer bestellt und ihnen Weihnachtsgeschenke gegeben. Das war ein wunderschöner Tag, an dem alle nur am Lachen und Strahlen waren, es ist einfach sehr schön die Kinder so glücklich zu sehen. Dann gab es nochmal eine Weihnachtsfeier, bei der eine bolivianische Bank die Kinder beschenkt hat, auch dieser Tag war sehr schön. 

Dieses Mal wollte ich auch endlich mal etwas mehr über mein Projekt schreiben. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich mir kaum ein besseres Projekt vorstellen könnte, es macht einfach so viel Spaß mit den Kindern und ich habe sie jetzt schon so in mein Herz geschlossen, dass ich weiß, dass viele Tränen fließen werden, wenn ich abreisen werde..

Ich werde die Kinder so vermissen, und es ist jetzt schon sicher, dass ich nochmal in ein paar Jahren zurückkehren werde um die Entwicklung der Kleinen zu sehen. 

Nun etwas zu meinem Projektalltag. Um 8:30 komm ich morgens im Projekt an und treffe meistens auf verschlossene Türen, Carlita & Ximena. Die beiden kommen dann erstmal angerannt und wollen von mir hoch auf meine Schultern gehoben werden. Egal, wie schlecht gelaunt man morgens ist, die beiden ändern das sofort. Dann trudeln so langsam auch die anderen Mitarbeiter und Kinder ein, es wird ein Stuhlkreis mit den Mitarbeitern gebildet, aus der Bibel gelesen, gebetet und der Tag besprochen. Mein Projekt wird von der amerikanisch-christlichen Kirche unterstützt und das merkt man sehr, denn der Glaube spielt eine große Rolle in meinem Projekt und soll den Kindern einen Ausweg geben, jedoch finde ich, dass teilweise der zu stark gepredigte Glaube ein Hindernis ist, wodurch die Mitarbeiter einige der Probleme der Kinder nicht sehen oder richtig lösen, da sie zu sehr auf Gotteshilfe etc. hoffen. Das ist das einzige, was mich an meinem Projekt stört, aber solang sie mich nicht bekehren wollen, ist es in Ordnung. 

Nun zurück zum Projektalltag während der Schulzeit: es gibt zwei Räume im Projekt, in dem einen sind die Mädchen mit den kleinen Jungs und in dem anderen die größeren Jungs, und dann gibt es jeweils eine Vormittagsgruppe mit Kindern, die Nachmittags in die Schule gehen und eine Nachmittagsgruppe, die Vormittags in der Schule ist. Ich und die anderen Freiwilligen kümmern uns dann abwechselnd um die verschiedenen Gruppen, helfen bei den Hausaufgaben, spielen mit den Kindern, helfen bei der Essensausgabe, etc. Ich darf seit ein paar Wochen jetzt auch den Kaya Mini Bus fahren und somit die Jungs zum Fussball fahren, von der Schule abholen und nachmittags die Kinder nachhause fahren. Das macht mir natürlich total viel Spaß und gibt meinem Gasfuß eine Beschäftigung..

 

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Todesstraße und abseits der Strecke

Es ist mal wieder Zeit für einen neuen Bericht, 3 Wochen sind seit meinem letzten vergangen und schon wieder ist einiges passiert. 
Ich bin endlich die Todesstraße mit dem Fahrrad runtergefahren! 50km, 3000 Höhenmeter und 3 Vegetationszonen durchfahren, dabei dem Tod in die Augen geschaut, denn teilweise geht es direkt neben der Strecke 350 Meter hinunter und 15 Teilnehmer sind der 25jährigen Historie der Todesstraßenfahrradtouren bisher gestorben, abgesehen von den ganzen Autos und Bussen, die schon auf dieser Strecke verunglückt sind. Man kann sagen, dass es nicht ganz ohne ist dort runter zu fahren, aber es macht tierisch viel Spaß! Und auf jeden Fall Muss jeder Bolivienreise und sehr empfehlenswert. Für mich wird es auch nicht das letzte Mal gewesen sein :)
Endlich konnte ich mich dann auch mal wieder auf dem Fussballplatz austoben und habe mit der Mannschaft meines Projektes jetzt schon 2 Spiele gespielt, leider ging das erste verloren, trotz eines Tores von mir.. Wiedermal machte mir die Höhe zu schaffen, wodurch ich mein Spiel nicht wie gewohnt spielen konnte. Im zweiten Spiel ging es dann aber besser, ich überlüpfte 2x den Torwart und konnte einen Freistoß aus 25m im Lattenkreuz versenken. Trotzdem ging das Spiel schlussendlich mit 3:3 aus. Aber es war eine klare Verbesserung zu sehen von mir und den Jungs! Heute geht es dann wieder auf den Platz mal sehen, wie dieses Mal das Ergebenis lautet. 
Desweiteren habe nun endlich mit Capoeira angefangen und kann jetzt schon paar Sachen um mich selbstzuverteidigen. Capoeira macht total viel Spaß und ich denke, dass ich bis zu meiner Abreise damit weitermachen werde. 
Nun gibt es etwas abseits von Bolivien zu berichten, meine Eltern werden heiraten nach über 23 Jahren Beziehung. Darüber bin ich unheimlich glücklich, auch wenn meine Eltern für mich immer der Beweis waren, dass man nicht verheiratet sein muss um lange glücklich miteinander zu l(i)eben. Ich freue mich jetzt schon auf die Hochzeit und meine Rede, die ich halten werde um annäherend auszudrücken, wie sehr ich meine Eltern liebe und wie stolz ich auf sie bin!
Außerdem werden es die meisten schon mitbekommen haben, an Weihnachten bin ich für 9 Tage in Mainz, worauf ich mich extrem freue. Denn egal wie schön es auf der Welt ist, am schönsten ist es immernoch in Mainz, der Stadt, der mein Herz gehört. Einmal Mainzer, immer Mainzer.
Aber auch La Paz ist immer mehr dabei ein Teil meines Herzens nach Guatemala, Barcelona und Arcachon zu bekommen! Ich fühle mich wohl hier und wenn man von einem der vielen Aussichtspunkte hinunter auf die Stadt guckt, kann man nur glücklich sein..

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Ein bisschen Salz

Bevor es mit dem Bus zum Salar de Uyuni ging, war ich letzten Donnerstag noch im Projekt und habe mit den Kindern Brot gebacken, was allen total viel Spaß gemacht hat. Nachmittags bin ich dann zum Busbahnhof gefahren um gemeinsam mit Lena nach Uyuni zu fahren. 
Morgens um 6 kamen wir dann in Uyuni an und wurden von Joshua, Mira, Nathalie und Jelka begrüßt, die aus Sucre kommen 2 Stunden früher da waren und schonmal auf der Suche nach einem Touranbieter waren. Schließlich wurde dann auch ein Anbieter, namens Salty Desert, gefunden. Der Preis und das Angebot waren super und nach der Tour sollte sich herausstellen, dass wir den richtigen Anbieter gewählt haben. Denn insgesamt konnte man feststellen, dass unsere Tour besser war als die anderer Anbieter: besseres Essen, andere Route, mehr Sehenswürdigkeiten, um nur ein paar Vorteile zu nennen. 
Auf jeden Fall ging es dann am Freitagmorgen los mit unserer 3 Tagestour, unser Guide hieß José und war ein netter Typ, der aber mal ab und zu komische Momente hatte. Gefahren ist er super, somit mussten wir uns zu keiner Zeit sorgen um unsere Sicherheit machen. Nur hätte er meiner Ansicht nach ruhig etwas schneller fahren können, aber diese Ansicht ist meinen "Rennfahrergenen" geschuldet. 
Das ganze Gepäck verstaut im Kofferraum und auf dem Dach ging es dann los, erstmal zum Eisbahnfriedhof, wo das Foto und Video machen begann und am Sonntag mit über 1500 Fotos und 150 GoPro Videos enden sollte. Weiter ging es dann zu einem Salzmuseum, inkl. Riesengroßer Dakarskulptur. Dort aßen wir auch zu Mittag und probierten uns dann auch nach dem Essen aus verschiedenste Fotos aus den verschiedensten Perspektiven zu machen, da man auf Grund der flachen Fläche sehr gut mit den Perspektiven spielen kann. Dabei kamen sehr lustige Exemplare bei raus. 
Nachdem wir uns an den Perspektivenbildern versucht haben, ging ey zur Isla de Pescado, welche ihrem Namen auf Grund ihres fischartigen Schatten trägt. Desweiteren wird sie als Insel bezeichnet, weil sie aus der riesigen flachen Salzwüste hinausschaut wie eine Insel. Die Isla de Pescado beherbergt tausende, wenn nicht sogar hundertausende Kakteen, welche teilweise mehrere hundert Jahre alt sind. Vom Gipfel der Insel hat man einen super Ausblick über den Salar und man kann dabei die Ausmaße nur erahnen. Denn selbst vom Weltall aus kann man die Salzwüste sehen. 
Danach steuerten wir Höhlen am Rande des Salar an, die, als die Wüste noch ein See war, unter Wasser standen und sich dadurch einzigartigd Gesteinsformationen gebildet haben. Das war Joshua's Highlight des Tages. Mein Highlight des Tages oder besser gesagt des ganzen Trips war vor den Höhlen. Denn auf dem Weg dorthin wurde der Boden auf einmal noch glatter, da dort der Boden noch feucht war und sich dadurch eine durchgängig glatte weiße Salzflächd bilden konnte. Das alles rief nur förmlich nach einem Halt. Gesagt, getan. Es wurden wieder Fotos gemacht und dann einfach nur die Natur und der Moment genossen, dabei lief aus den Autoboxen "Zuhause ist wir", "Sowie du bist" von Motrip und Miracle's "Endless Summer", was diesen Moment der Perfektion sehr nahe und mir die ein oder andere Träne brachte. Die Natur kann einfach wunderschön sein. 
Nach den Höhlen ging es dann ins Salzhotel, wo wir die Nacht verbrachten. Dabei war der Name Salzhotel Programm, denn das Gebäude bestand hauptsächlich aus Salz. 
Am nächsten Morgen ging es dann weiter mit dem Jeep zu einem Vulkan, der noch immer aktiv ist. Danach fuhren wir zu mehreren Lagunen, die zwischen riesigen Bergen lagen und sich dadurch wiedermals eine traumhafte Landschaft gebildet hat. 
Desweiteren leben in vielen der Lagunen tausende Flamingos. An einem Hang mit Blick auf eine der Lagunen aßen wir dann zu Mittag und konnten dabei die Landschaft genießen. Darauf fuhren wir lange durch die Gegend, kamen an Lamas vorbei,  durchquerten kleine Wüsten, trafen auf riesige Lavagesteinsformationen und kamen dann an der Laguna Colorada an, welche rot ist und auch für tausende Flamingos Lebensraum bietet. Dort machten wir dann auch endlich Fotos mit Lamas. Dann war der Tag auch schon wieder zu Ende und wir fuhren zu unserer Herberge, wo wir etwas aßen, ein bisschen Karten spielten, etwas tranken und dann "früh" ins Bett gingen, denn am nächsten Morgen mussten wir schon um 4:30 aufstehen. 
Das frühe Aufstehen lohnte sich, denn dadurch konnten wir den Sonnenuntergang sehen und waren früh an den Gaysiren. Nach einer weiteren Fahrt kamen wir dann an der Lagune Verde an, wo wir wiedermals nur schnell Fotos machten, denn wir wollten so viel Zeit wie möglich an den heißen Quellen haben um zu baden. Einmal im Wasser wollte man nicht mehr raus. Doch wir mussten, denn es wartete eine lange Fahr nach Uyuni auf uns und Lena & Ich mussten pünktlich zur Abfahrt unseres Busses nach La Paz wieder da sein. Früh genug kamen wir dann auch an in Uyuni, konnten noch Bilder austauschen, eine Pizza mit Lamafleisch für die Heimreise kaufen und uns dann gemütlich in unsere Sitze im Bus legen.
Zuhause waren wir dann schon wieder am nächsten Morgen, mit im Gepäck in La Paz waren dann auch viele schöne Momente und Erfahrungen, die man nicht so schnell vegessen wird. Insgesamt war es ein sehr schönes Wochenende, welches auch anstregend war, aber vorallem auch dadurch toll war, dass wir wieder die anderen Freiwilligen aus Sucre treffen, mit ihnen Zeit verbringen und uns austauschen konnten. Ich denke, dass ich mindestens einmal wieder zum Salar de Uyuni fahren werde und einmal wird mit dem Motorrad sein. Denn während der ganzen Fahrt hat meine Gashand gejuckt. Der Salar de Uyuni: Prädestiniert für das Endurofahren, kein Wunder, dass dieses Jahr die Dakar wieder dort Halt macht. 

Un Dia Dulce Por Un Niño de Kaya

Letztes Wochenende veranstaltete mein Projekt den Eistag: „Un dia dulce por un niño de Kaya“ (ein süßer Tag für ein Kaya Kind).

Es wurde Eis verkauft mit verschiedensten Toppings, Waffeln, Crepes und Brownie. Man konnte die verschiedensten Spiele spielen, mitunter ein Spiel, wo man tippen musste in welche Box ein Hase läuft. Am Ende des Tages kamen dann auch die Jungs aus den Kaya Heimen und durften sich auch ein Eis zusammenstellen, bei einem Eis blieb es aber natürlich nicht, nachdem die Jungs da waren, war fast alles leer :D. Das Motto hieß ja schließlich ein süßer Tag für ein Kaya Kind, auf jeden Fall waren die Jungs total glücklich und haben sich sehr über das Eis gefreut, schlußendlich ein sehr schöner Tag, der einem zum Nachdenken gebracht hat und auf jeden Fall eine Wiederholung erfordert und diese ist dann hoffentlich nicht erst in einem Jahr sondern schon früher, damit ich den Eistag nochmal miterleben darf.

Vorletztes Wochenende war ich mit 2 Mitfreiwilligen Sonntags wandern. Es ging für uns 3 ins Valle de las Animas und bis auf über 4200 Meter, dabei hatte man einen unglaublich schönen Ausblick über die Landschaft und La Paz. Die Wanderung an sich war aber nicht so leicht, denn wie bereits im letzten Bericht erwähnt, ist die Höhe nicht ganz ohne. Aber es wird immer besser mit meiner Kondition, da ich mittlerweile Montags und Freitags immer Futsal spiele, jedoch wird sich das demnächst ändern, da ich hier mit Capoeira anfangen möchte und sich die Trainingszeiten schneiden, daher bin ich momentan auf der Suche nach einer Möglichkeit 2x die Woche Fussball zu spielen.


In diesem Bericht wollte ich auch mal die Möglichkeit nutzen um über die Transportmöglichkeiten und den Verkehr in La Paz zu reden. Hauptsächlich nutze ich hier die Minibusse, das sind kompakte meist asiatische Busse, in die 15 Personen reinpassen. Dabei ist das Platzangebot vor allem für größere Menschen nicht gerade befriedigend, denn meine Beine sind zu lang und mein Kopf stößt des öfteren gegen die Decke oder endet an der Decke :D. Um zu erkennen, welchen Bus man nehmen kann, hängen in der Windschutzscheibe Schilder mit Orten, an denen der Bus vorbeifahren wird und mittlerweile kenne ich die meisten Orte und weiß welchen Bus ich nehmen muss. Aber auch wenn man mal den falschen Bus nimmt, ist das nicht so schlimm, denn die Preise sind wirklich sehr günstig, denn eine Fahrt kostet je nach Länge zwischen 20-30 Cent. Eine bisschen teure, aber meistens schnellere Alternative sind dann noch die Truffis, das sind normale Limousinen, oder manchmal Minivans, in die teilweise bis zu 8 Leute passen (3 Leute in der ersten Reihe, wird kuschelig). Eine Fahrt kostet je nach Länge 25-40 Cent. Eine weitere Alternative sind die Telefericos, die Seilbahnen wie man sie aus dem Skiurlaub kennt, eine Fahrt damit kostet ungefähr 35 Cent und es werden immer mehr Linien gebaut und somit ein sehr gutes Liniennetz geschaffen. Des Weiteren gibt es noch natürlich Taxis, welche im Vergleich zu den deutschen Preisen extrem billig sind, jedoch dann im Vergleich zu den Buspreisen teuer sind, jedoch gibt es manchmal keine andere Wahl als ein Taxi zu nehmen, da zu bestimmten Uhrzeiten manchmal keine Busse zu bestimmten Orten fahren und man daher auf die Taxis angewiesen ist. Für eine Fahrt in Deutschland die 15€ kostet, bezahlt man hier um die 2-3€. Der Preis wird auch vor der Fahrt verhandelt und daher kann man auch immer erstmal ein paar Taxifahrer fragen und sich dann einen Billigen auswählen.

Außerdem wäre noch zu sagen, dass hier der Verkehr sehr verrückt ist und eigentlich ohne Regeln auskommt und viel wird auch mit der Hupe geregelt. Die Hupe spielt nämlich eine große Rolle hier und wird nicht nur benutzt um andere Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam zu machen, dass es gleich einen Unfall oder ähnliches geben könnte. Sondern die Busfahrer hupen auch dauernd in einer Tour Leute auf der Straße an, um auf sich aufmerksam zu machen: Hey, guck mal, ich fahr mit meinem Bus dahin, musst du da auch hin. Und es wird einfach in einer Tour wirklich gehupt und dann wird sie auch benutzt, wenn der Verkehr zum Stehen kommt, um dem Vordermann zu signalisieren, dass er weiterfahren soll, nur dass der Vordermann, das nicht kann und seinen Vordermann anhupt. Ein Riesenhupkonzert manchmal, das ist Bolivien. 

Nächstes Wochenende geht es dann für mich mit Lena, einer Mitfreiwilligen aus La Paz und Joshua, Jelka, Mira und Nathalie aus Sucre zum Salar de Uyuni, dem größten Salzsee/wüste der Welt. Ich freu mich schon darauf, es wird sicherlich ein sehr schönes Wochenende, vor allem schön mal wieder ein paar andere Freiwillige aus den anderen Städten Boliviens zu treffen und sich mit ihnen austauschen zu können.


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der erste Monat ist zu Ende

In den letzten beiden Wochen seid meinem letzten Bericht ist hier in Bolivien schon wieder viel passiert. Die Nationalmannschaft hat mal wieder neben meinem Projekt trainert, was mittlerweile zum Alltag geworden ist. Nur konnte ich dann am letzten Donnerstag die Nationalmannschaft sogar mal während eines Spieles gegen Uruguay angucken, was aber leider 2:0 verloren wurde. Zum Spiel ging ich mit Alvaro, meinem Gastbruder. Zum Spiel, man merkte sehr gut, wie sich die Nationalmannschaft Uruguays auf die Höhe eingestellt hatte und viel weniger, bzw. ökonomischer lief als die Bolivianer. Außerdem fing der Torwart der Uruguayer Muslera direkt an, Zeitspiel zu machen, damit seine Mitspieler mehr Zeit haben um sich auszuruhen. Desweiteren war aber auch der Schiedsrichter ziemlich schlecht und hat auch seinen Teil zur Niederlage beigetragen und wurde deswegen nach dem Spiel und  teilweise während des Spiels als Hijo de Puta bezeichnet.

Zurück zum Zeitspiel, Pausen sind hier auf über 3000m bitter nötig, wenn man Sport macht, deswegen war es sehr klug von Muslera sich Zeit zu lassen, auch wenn das natürlich ihm keine Sympathien gebracht hat.

Ich würde meine Ausdauer als sehr gut bezeichnen, doch hier komm ich mir beim Fussball spielen oder vorallem beim Sprinten manchmal vor wie der größte Raucher. Sport auf 3200-3800 ist halt nochmal was total anderes als in Deutschland. Aber ich hoffe, dass dann bald nach mehr Trainingseinheiten meine Ausdauer auch hier gut wird. 

Ein weiteres Highlight der letzten beiden Wochen war dann die „Road to Ultra“ in Santa Cruz letztes Wochenende. Road to Ultra ist ein Musikfestival, dass durch die ganze Welt tourt und auf dem hauptsächlich DJ’s, wie z.B. Afrojack, Paul van Dyk, Fedde LeGrand etc auftreten. Es war auf jeden Fall sehr geil und war eine Reise wert. Hin nach Santa Cruz ging es wiedermals mit dem Bus, Fahrt: 18 Stunden, zurück ging es schneller, denn dieses Mal hatte ich mir einen Flug gebucht, Dauer: 1 Std.

Sonntags hatte ich dann noch Zeit mir ein bisschen Santa Cruz anzugucken. Erster Eindruck, total anders gegenüber La Paz, allein das Santa Cruz eben ist und man nicht wie in La Paz dauert rauf und runterlaufen muss, macht schonmal einen Riesenunterschied aus. Desweiteren ist Santa Cruz auch viel kolonialistischer geprägt und es auch viel wärmer in Santa Cruz, da die Stadt nicht auf über 3000m liegt wie La Paz und somit Temperaturen über 30Grad Alltag dort sind. Wie gesagt ging es dann Sonntag Abends mit dem Flieger zurück nach La Paz, am Flughafen in SC musste ich dann auch mal wieder ein Bild mit ein paar Mädels machen. Blonde Menschen sind hier einfach eine Besonderheit, aber muss man deswegen ein Bild mit so jemanden machen? Wir laufen ja auch nicht in Deutschland rum und machen Bilder mit Menschen, die anders aussehen als die Mehrheit der Bevölkerung, zu Mal ich ja nichtmal ein Promi bin, sondern einfach nur BLOND. Aber naja, andere Länder, andere Sitten.

Zu kleine Nachträge, bei den letzten Bildern war ja ein Labrador Welpe dabei, das ist Toby und er lebt momentan bei uns, ist aber eigentlich ein Geschenk für das Kind von meinem Gastbruder Alberto. Toby ist genau so wie Marley aus dem Film Marley & Ich, er muss einfach alles anknabbern und er brauch viel Aufmerksamkeit, aber man kann es ihm nur schwer verübeln, er sieht einfach zu süß aus. Ich freu mich jetzt schon auf die kleine Deutschdrahthaar-Welpin, die wir uns holen werden, wenn ich wieder in Deutschland bin. Ein weiterer Nachtrag zu einem Bild, dass dieses Mal dabei ist, aber eigentlich schon in einer der ersten Wochen geschossen wurde. Das Bild mit Steven, dem Asiaten aus Australien, der uns einfach auf der Straße ansprach, wissen wollte, woher wir kommen und dann ein Bild mit uns machen wollte. Komischer Typ, aber war auf jeden Fall eine lustige Begegnung.

Ansonsten kann ich noch sagen, dass ich hier momentan in La Paz super Wetter hab, keine Wolken am Himmel, strahlender Sonnenschein und Gradzahl kratzt an den 20 und übersteigt sie bald, aber es fühlt sich viel mehr an. Auf über 3000m knallt die Sonne halt auch übertrieben, deswegen werd ich auch so langsam braun.

Desweiteren bin ich seit Freitag einen Monat in Bolivien und ich muss sagen, die Zeit vergeht einfach so schnell. Man macht hier einfach so viel und immer passiert iwas und es wird nie langweilig. Schupsdiwup und ich bin wieder da. Aber wie bereits gesagt vorher will ich noch viel sehen. Ich bin jetzt schon mit ein paar Anderen am Planen am Ende des Monats zum Salar de Uyuni zu fahren und die Woche darauf fahren wir dann mit dem Fahrrad die Todesstraße runter. Desweiteren gehts vlt. über Silvester nach Santiago de Chile und Valparaiso.

Es gibt hier einfach so viel zu sehen. Allein der Ausblick von El Alto runter nach La Paz bei Nacht ist eine Reise wert und ist einfach atemberaubend, Lichtermeer kann man das schon garnicht mehr nennen, es ist eher ein Lichterozean.

La Paz, te quiero..


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Es passiert so viel..

Letzten Sonntag waren in La Paz Wahlen, daher durfte man an diesem Wochenende keinen Alkohol trinken und es gab einen Autofreien Sonntag. Darum nutzte ich mit ein paar anderen FW die Chance, entspannt durch die Stadt zu gehen und etwas zusammen zu essen.
Montags ging es dann mit Vormittagsgruppe und dann später mit der Nachmittagsgruppe in den Park, was den Kindern wiedermals viel Spaß gemacht hat. Zum Park sind wir mit dem Hauseigen Kaya Minibus gefahren, in den einfach mal über 30 Personen reingestopft wurden. Für mich hieß es dann am Montag auch das erste Mal: Ab zur Wäscherei, denn meine Klamottenreserven waren nach fast 2 Wochen so langsam aufgebraucht..
Dienstag und Mittwoch waren dann ganz besondere Tage für die Jungs im Projekt, denn auf dem Sportplatz direkt neben meinem Projekt trainierte an diesen beiden Tagen die bolivianische Fussballnationalmannschaft. Das war natürlich das Highlight für die Jungs und mich, dabei bekam ich auch mit, dass einer der Nationalspieler, namens Alejandro Chumacero, gelegentlich Chumasteiger genannt wird auf Grund seiner äußerlichen Ähnlichkeit zu Bastian Schweinsteiger. Auf Google findet man dann auch Bilder von den Beiden mit Sprüchen wie: "bei der Geburt getrennt". Am Mittwoch wurden wir dann sogar von einem der Trainer auf den Platz gerufen, wodurch die Jungs Autogramme und Fotos von ihren Stars ergattern konnten. Es war sehr schön die Jungs so glücklich zu sehen!
Am Dienstag habe ich dann auch das erste Mal Wally gespielt, was im Grunde einfach Volleyball mit Bande ist und ziemlich viel Spaß macht! 
Neben der Nationalmannschaft gab es am Mittwoch noch ein Highlight für die Jungs, da wir am Mittwochmorgen auch noch eine Runde Quad gefahren sind, außerdem musste ich dort auch mal wieder ein Foto mit bolivianischen Mädels machen.. Blonde sind eben hier Exoten..
Am Darauffolgenden Donnerstag waren ich und die anderen FW aus dem Kaya dann eingeladen auf den 18. Geburtstag von Humberto, einem Jungen aus dem Projekt, der auch im Kaya Heim wohnt. Es war sehr schöner Abend, es wurde gelacht, gespielt und geweint. Man hat gemerkt, dass es Humberto viel bedeutet hat, dass wir da waren. Auch mich hat es gefreut, an so einem wichtigen Tag in seinem Leben dabei gewesen zu sein.
Freitag war wiedermals Visumtag, so langsam sind wir aber am Ende angekommen und bald hab ich es dann auch. Außerdem sind wir am Freitag ins Rheineke Fuchs, eine Deutsche Restaurant Kette in La Paz, gegangen. Endlich wiedermal Rumpsteak <3 und als Nachspeise Kaiserschmarn! Mein neuer Platz in La Paz, wenn ich mal Heimweh habe..
Am Wochenende hab ich dann bei der Show von Lucas' Projekt zu geguckt: Trommeln, Singen, Feuerspucken. 
Abends war ich dann mit dem Projekt im Theater um Mischa, die Flamengo tanzt, und ihrer Tanzgruppe zu zugucken. Danach bin ich dann zu Lorena und Jule in die WG gefahren, wo wir zsm mit Lena, Christiane und Leonie gechillt haben. 
Von Lorena und Jule's WG hat man auch einen super schönen Ausblick über La Paz, diese Stadt ist einfach wunderschön und vorallem bei Nacht entsteht hier ein riesiges Lichtermeer.
Ich bin froh hier zu sein..
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Die erste Woche in La Paz

Nun bin ich schon eine Woche in La Paz und es ist schon viel passiert...
Viel drehte sich diese Woche ums Visum. Wir mussten zum Anwalt, zur Drogenpolizei, um zu bestätigen, dass wir keine Drogen nehmen, zur normalen Polzei, zum Arzt, eine Urinprobe abgeben, Blut abnehmen und uns Röntgen lassen. Dann noch ging es am Freitag noch zu Interpol, wo wir zum dritten Mal nach Drogenpolizei und normaler Polizei Fingerabdrücke nehmen lassen mussten. Und nächste Woche geht es nochmal zu Interpol, es dauert also noch ein bisschen, bis wir unser Visum haben.. 
Dienstag ging es dann das erste Mal in mein Projekt, in dem ich mit Sophia, einer anderen Freiwilligen vom BKHW, arbeiten werde. Zu viel möchte ich noch nicht über mein Projekt sagen,  denn ich möchte lieber noch bisl warten, bis ich alles richtig kennengelernt habe. Was ich aber auf jeden Fall schonmal sagen kann, dass man von meinem Projekt einen traumhaften Ausblick hat und dass die Kinder unglaublich lieb sind und einen beim ersten Treffen direkt umarmt und mit Fragen überhäuft haben. Ein paar Namen der Kinder habe ich jetzt auch schon drauf, bis ich aber alle beim Namen nennen kann, brauch ich noch eine Weile...
Mittwochs sollte ich dann auch nochmal in mein Projekt, nur haben an diesem Tag die Busfahrer gestreikt, die in die Zona Sur fahren, wo man mein Projekt ist, somit gab es keine Möglichkeit zu meinem Projekt zu kommen. Deshalb fuhr ich zu Lena's Projekt um zu wissen, wo sie arbeitet und wohnt. Danach trafen Lena und Ich uns mit Sophia in der Stadt und gingen zsm Mittagessen, 4 Gänge: Salat, Suppe, Teller Nudeln mit Pesto, Nachtisch und ein Getränk: 30 Bolivianos = 3,8€. Da kann man nicht meckern, vorallem schmeckt es noch ziemlich lecker und man hat Wlan, was direkt für Facetime und andere Sachen im Internet ausgenutzt wird. 
Nachdem Essen sind dann Lena und Ich zur Kirche San Francisco gefahren, wo wir uns mit Madlen und Christiane trafen, andere Freiwillige, die auch bei Lena im Projekt arbeiten, aber nicht von Weltwärts sondern von Kulturweit, einer anderen Organisation der Regierung, entsendet wurden. In der Kirche wollte ich dann eine Kerze entzünden, doch leider gab es keine Möglichkeit dafür.. 
Um die Kirche herum sind dann die ganzen Touristenläden mit Kleidung aus Alpakawolle, Postkarten und allem, was der Tourist sonst noch so kaufen möchte. 
Freitags nach Interpol, ging es dann wieder ins Projekt. Diesem Mal gingen wir mit Jungs am Nachmittag in einen Park, in dem sie Fussball und Volleyball spielen, Klettern, Schauckeln und vieles mehr konnten. Es hat sehr viel Spaß gemacht und es war schön, die Jungs so viel Lachen zu sehen...
Nachher ging es dann nochmal zum Projekt, wo wir noch ein bisschen erzählten, die Aussicht genossen und dabei zu sahen, wie die Sonne hinter den Bergen verschwand...

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Meine ersten Tage in Bolivien

Es hätte nicht besser anfangen können. Timon, einer der anderen Freiwilligen aus Deutschland, hat schon auf dem Weg von Berlin zum Frankfurter Flughafen im Zug sein Handy vergessen. Doch das war nicht genug, auch ich trug meinen Beitrag dazu bei, dass am ersten Tag unserer Reise schon so einiges schief lief. Denn ich Depp vergaß einfach mal an der Sicherheitskontrolle in Frankfurt mein Bordcase mitzunehmen und dass fiel mir dann auch erst beim Betreten des Flugzeugs auf. Zum Glück konnte ich noch Papa anrufen, der dann meinen Koffer in Frankfurt abholte. Noch schlimmer wurdes es, als in Madrid Lorena auffiel, dass sie ihren Reisepass nicht mehr hatte. Es wurde alles probiert, doch schlussendlich musste sie 2 Tage in Madrid bleiben, sich einen vorläufigen Reisepass in der Botschaft besorgen und konnte dann erst nach Santa Cruz fliegen...
Bei allen anderen klappte alles und jeder konnte nach dem 11stündigen Flug sein Gepäck entgegen nehmen. Nach gefühlten 2 Stunden und 100% Luftfeuchtigkeit um 6 Uhr morgens in der Einreise- und Sicherheitskontrolle konnten wir dann erstmals raus aus dem Flughafen und bolivianische Luft schnuppern und wurden direkt von Fernando Fernandez unserem Koordinator in Bolivien begrüßt.
Weiter ging es dann mit 2 Bussen zu unserem Seminarhaus am Rande von Santa Cruz de la Sierra, vorher aber mussten wir alle unser Gepäck auf dem Dach der Busse festschnallen, was dazu führte, dass Einige mit besorgten Blicken in den Bus stiegen.
Angekommen am Seminarhaus ging es für mich erstmal schnurstracks unter die Dusche, denn in Santa Cruz schwitzt man schon, wenn man einfach nur atmet. Danach gab es Frühstück und viele gingen noch einmal für ein paar Stunden schlafen, bevor es dann das Mittagessen gab: Hühnchen mit Reis und Kartoffeln, und das gabs bei jedem Essen in verschiedensten Versionen...
Nachdem Essen spielten wir dann mit 2 Jungs aus dem Dorf Fussball, der eine hieß Junior und bei dem anderen waren wir uns nicht sicher, ein Paar dachten, er heißt Hermann, andere dachten Hermano gehört zu haben, ich jedoch glaubte, dass er Hermando heißt. Egal, was die Hauptsache war, sie konnten Fussball spielen und das richtig gut, verteilten den ein oder anderen Tunnler an die anderen Freiwilligen, ich blieb verschont bis zum Ende des Seminar und verteilte lieber selber ein paar Tunnler.
Denn am darauffolgenden Tag spielten wir wiedermals Fussball, 5 vs. 5. Dieses Mal aber die Freiwilligen gegen die Jungs aus dem Dorf, eine Mannschaft aus Jung und "Alt", der Älteste und Einer der Jüngeren hatten es ziemlich gut drauf Tunnler zu verteilen, was unsere Mädchen öfters mal zu spüren bekommen. Aber auch die Jungs bekamen mit, dass die Deutschen ganz gut spielen können und nicht nur die Jungs, denn Jelka machte das eine oder andere Mal die Jungs ziemlich nass und zeigte ihnen, dass auch Mädchen sehr gut Fussball spielen können. Am Ende gewannen wir das Spiel, als "das nächste Tor entscheidet" ausgerufen wurde, denn nach einer schöner Kombination unserer Mannschaft konnte ich nach Moritz' Flanke den Ball per Kopf im Tor versenken.
An unserem letzten gemeinsamen Abend in Santa Cruz tranken wir dann alle zsm. Chufly, Bolvianischer Schnaps mit Sprite und einer Zitrone, und Rotwein, hörten Musik und unterhielten uns mit den Bolivianischen Koordinatoren aus Santa Cruz, Sucre, Tarija und La Paz.
Am nächsten Tag, dem Freitag bekamm ich dann auch endlich Bescheid, darüber dass ich in La Paz in einer Gastfamilie leben werde, Näheres gibt es später im Text. Nachmittags ging es dann mit allen, die nicht in Santa Cruz bleiben, zum Busbahnhof. 17 Stunden Busfahrt von Santa Cruz nach La Paz, da würden viele kotzen, das war auch mein erster Gedanke, doch nachdem ich das erste Mal das Innere des Busses gesehen habe, wusste ich, dass die Fahrt nicht so schlimm wird. Denn unser Reisebus hatte nur eine 3er Sitzreihe und schön breite Sessel, wie aus der Businessclass. Außerdem lief am Anfang der Fahrt auch ein Film, womit schon einmal die ersten Stunden nicht langweilig wurden und kurz nachdem Film schliefen wir alle dann auch schnell ein. Beim Aufwachen, begrüßte uns dann auch schon die schöne Landschaft Boliviens, das Atiplano, eine Hochebene. 
Und dann sind wir auch schon um 9 Uhr morgens in La Paz am Busbahnhof angekommen. Der Weg nach La Paz führte durch das 4000m hohe El Alto, weswegen uns schon am Morgen direkt das erste Mal ein wunderschöner Blick über La Paz vergönnt war. Dann ging es zu Anne, unserer Regionalkoordinatorin von La Paz, nachhause und von dort aus direkt zu meiner Gastfamilie, die ungefähr 10 Min von Anne entfernt wohnt.
Meine Gastfamilie, das sind Herman, 66, und Gloria, 67, und ihre 4 Söhne Alvaro, Rudolfo, Fabian und Juan Alberto, wobei Alberto in Argentinien lebt mit seiner Frau und seiner Tochter. Rudolfo ist mit einer Holländerin verheiratet und die meine ich, Ella heißt, beide haben eine Tochter Mila und eine Tochter von Rudolfo, die Natalie heißt, bin mir aber auch da mit dem Namen noch nicht so sicher. Zur Zeit ist auch Ella's Cousine Ulla zu Besuch und wird für ein halbes Jahr in Bolivien bleiben. Außerdem ist Ella schwanger und erwartet ein Kind. Alvaro hat noch keine Frau und ist glaube ich, der Jüngste der 4 Söhne und ist Anfang 30. Fabian ist mit Berusca verheiratet und hat mir ihr 2 Töchter. Auf jeden Fall sind alle total nett zu mir und freuen sich, dass ich hier bin. Herman und Gloria wollen auch ein bisschen Deutsch lernen und haben mich direkt beim Mittagessen gefragt, was denn Pollo auf Deutsch heißt, doch Hühnchen war ein bisschen zu schwer für den Anfang, da ziemlich lustige Versionen beim Aussprechen rauskamen.
Ich liege nun in meinem Bett und stehe kurz vor meiner ersten Nacht in meinem neuen Zuhause... Ich möchte mich nochmal bedanken für alle Freunde und Familie, die an meinem letzten Wochenende in Mainz nochmal bei mir waren, um sich von mir zu verabschieden. Ich werde euch alle sehr vermissen und ich hoffe, dass ich euch so viel wie möglich von Südamerika, aber vorallem von Bolivien näherbringen kann. Und den ein oder anderen dazu bringen kann vielleicht auch mal ein FSJ im Ausland zu machen oder einfach mal hierher zu reisen. Es wird ein sehr spannendes Jahr für mich mit vielen Erfahrungen, neuen Erkenntnissen, tollen Menschen, Höhen und Tiefen. Ich bin gespannt und aufgeregt, was mich noch alles erwarten wird. Langweilig wird es hier bestimmt nie... 
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Die Letzten Beiden Wochen in Guate

Die letzten beiden Wochen in Guatemala waren nochmal sehr interessant! Erstmal ging es am Samstag, den 9.8, auf das Konzert von Fanny Lu, einer Sängerin aus Kolumbien. Ich stand mit Stefan und den anderen in der ersten Reihe und es war ziemlich lustiger & lauter Abend. Sonntags waren wir dann bei den Losens (Gaby, Martin, Cris, Teffy & Olli) zum Essen eingeladen. Die Atmosphäre bei/mit den Losens ist immer klasse, es wird viel gelacht und es sind immer alle fröhlich. Deswegen hat es mich auch total gefreut, dass wir dann an meinem letzten Wochenende in Guate zsm zum Pazifik gefahren sind. Vorher aber gab es am Mittwoch noch das letzte Spiel von mir mit der Mannschaft von Stefan & Hermann, den Azteken. Dieses Mal ging es gegen eine Mannschaft, gegen die die Azteken bisher noch nie gewonnen haben. Doch dieses Mal lief alles anders, wir gewannen 7:2 und ich steuerte 2 Tore und eine Torvorlage bei. Dann wie bereits erwähnt ging es dann am Samstag darauf wiedermal zum Pazifik. Aber dieses Mal war es viel schöner, es macht einfach so viel Spaß mit den Von der Medens und Losens zu verreisen. Mit den BMX in den Pool springen, im 30 Grad warmen Meer schwimmen, im Pool liegen, Bier trinken und viel Lachen, das war mein letztes Wochenende in Guatemala. Am Montag dann lud ich alle zum Essen ein und wir gingen ins Portal del Angel, wo wir schon 2012 bei meinem letzten Abend in Guate waren, denn dieses Restaurant hat einen atemberaubend schönen Ausblick über Guatemala Stadt und vorallem abends durch die Lichter ist dieser Ausblick traumhaft. Dienstags gingen Stefan und ich dann nochmal surfen in einer künstlichen Anlage, die Wellen produziert. Es hat so unfassbar viel Spaß gemacht und am Anfang vorallem war es tierisch lustig, denn auf dem Board stehen zu bleiben ist nicht gerade einfach, von daher sind wir beide oftmals sehr lustig vom Board gefallen. Zum Glück hatten wir die GoPro dabei und konnten daher unsere Stürze aufnehmen und Abends nochmal darüber lachen. Dann war schon Mittwoch und es hieß Abschied nehmen... Es ist unfassbar wie schnell 5 Wochen umgehen in einem anderen Land.. Schwubsdiwup und man ist wieder in Deutschland.. ich frage mich, wie schnell mir mein Jahr in Bolivien vorkommen wird.. Was ich aber noch sagen will, es war die beste Entscheidung meines Lebens 2012 einen Austausch nach Guatemala gemacht zu haben, was gibt es schöneres als zu wissen, dass man noch eine 2te Familie hat am anderen Ende der Welt und ich bin einfach so dankbar meinen Eltern, dass sie mir damals die Möglichkeit gegeben haben und ich bin auch so dankbar, so eine tolle Familie in Guatemala zu haben. Wie man sich vorstellen kann flossen dann am Flughafen die Tränen, aber dieses Mal wird die Zeit bis zum nächsten Wiedersehen kleiner sein, denn Stefan versicherte mir auf jeden Fall 2016 mal wieder nach Deutschland zu kommen, entweder alleine oder mit der ganzen Familie! Ich freu mich darauf und vlt schaff ich es ja auch nochmal von Bolivien aus die Von der Medens zu sehen. Wer weiß, was mir dieses Jahr alles bringt.. Eins kann ich schonmal sagen: Zuhause ist, wo dein Herz ist und bisher ist mein Herz in Mainz und Guatemala, und nachdem Jahr vlt auch in La Paz..

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Ab ans Meer!

Bevor es am Samstag morgen nach San José an die Pazifikküste von Guatemala ging, waren Stefan und ich Freitags noch auf einer Hausparty eingeladen, welche im 15ten Stock im Penthouse eines Freundes von Stefan mit gigantischem Blick über Guatemala Stadt stattfand.

Am nächsten Morgen, wie bereits erwähnt, fuhren wir beide dann am Samstag morgen mit Stefan Schneider, einem Freund von Stefan aus der deutschen Schule, nach San José ins Ferienhaus der Frau von Schneider's Vater. Als wir dort ankamen traute ich meinen Augen nicht, das Haus sah aus wie aus einer Architekturzeitschrift. Ein guter Platz um ein Wochenende zu verbringen..

Wir gingen dann erstmal in den Infinity Pool und versuchten dadurch der enormen Hitze von gefühlten 40 Grad zu entkommen. Abends sind wir dann mit einem Polaris Ranger und einem Quad ans 100 Meter entfernte Meer gefahren um ein bisschen am Strand rumzufahren und den traumhaften Sonnenuntergang zu schauen! Auf jeden Fall ein Ort, an den ich irgendwann mal wiederkommen möchte. Was ich bisher noch nicht erwähnt habe, der Sand hat hier nicht die uns bekannte Farbe, sondern ist schwarz auf Grund der vielen Vulkane in Guatemala. Was somit auch zur Folge hat, dass man an den Strand nur Nachmittags gehen kann, da man sich sonst die Füße verbrennt.. 

Den Sonntag verbrachten wir daher nur am Pool, denn um 15 Uhr ging es wieder zurück nachhause..


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Ausflug nach Antigua

Wie bereits im letzten Blogeintrag erwähnt, ging es letztes Wochenende nach Antigua. Dort nahmen Nickol, Stefan, Hermann und ich an einer Canopy-Tour teil, dabei ging es am Seil hängend durch den Wald. Dabei bereitete nicht nur die Fahrt am Seil Freude, sondern auch der traumhafte Ausblick auf die guatemaltekische Landschaft. Vor allem bei der letzten Fahrt dem "Superman" war der Ausblick atemberaubend, wie man unschwer auf den Bildern erkennen kann. Vor der Tour waren wir noch essen auf dem Berg "San Christobal Alto", hier ist das Panorama noch unglaublicher, denn beim Essen stört hier nichts den gefühlt 50km weiten Blick. Auf jeden Fall eine Reise wert! 

Dieses Wochenende geht es dann erstmals ans Meer, die Pazifikküste ruft..

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Die erste Woche in Guatemala

Los ging es mit einem Geburtstag eines Studienfreunds von Stefan am Donnerstag in einer Bar in der Innenstadt von Guatemala-Stadt.

Am darauffolgenden Freitag ging ich mit Stefan & 3 Freunden von ihm, die ich am vorherigen Abend beim Geburtstag kennengelernt hab, campen in einem Park namens "Green Rush" mit einem gigantischen Ausblick.

Samstags waren wir den ganzen Tag bei einer Spendenshow für beeinträchtigte Guatemalteken namens "Teletón". Dort halfen wir beim Spendensammeln, in dem wir Leute anriefen und sie um Spenden baten. Ich selbst spendete auch 100 Quetzales und trug dadurch meinen Teil bei, damit das vorher angesagte Ziel von 26.220.879,40 Quetzales erreicht werden konnte.

Am letzten Tag des Wochenendes holten wir dann Stefan und Nickols kleine Cousine Sandra aus Mexiko-Stadt vom Flughafen ab, die auch für 2 Wochen im Hause Von der Meden bleiben wird. 

In den darauffolgenden Tagen waren Stefan und ich im Club Alemán im Fitnessstudio, aßen dort einen deutschen Bauernteller, gingen mit der kleinen Sandrita in den Film "Minions" und spielten Minigolf mit ihr.

Am kommenden Wochenende fahren wir nach Antigua Guatemala, ehemals Hauptstadt von Guatemala und umgeben von Vulkanen. Mal sehen, was mich dieses Mal dort erwartet, einmal durfte ich ja bereits 2012 diese sehr schöne alte Stadt besuchen.

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Nochmal schnell nach Guatemala

Bevor ich zu meinem FSJ nach Bolivien fliege, habe ich mir nochmal einen Monat Zeit gelassen um meine Austauschfamilie (Papa Hermann, Mama Dely,  Bruder Stefan und Schwester Nickol) in Guatemala Stadt zu besuchen, bei der ich 2012 zwei Monate verbracht und seitdem so sehr vermisst habe.

Über meinen Besuch wusste nur Hermann & Dely Bescheid, da ich die anderen beiden überraschen wollte. Los ging es am 15.Juli einen Tag nach meinem Geburtstag und meiner Abschiedsfeier von Freunden und Familie. Über Frankfurt und Houston bin ich dann nach 15std in Guatemala Stadt angekommen.Am Flughafen erwarteten mich dann Hermann, Dely und Stefan, wobei Stefan dachte, dass sie einen Freund von Hermann abholen würden.

Zuerst sah ich Dely und Hermann und begrüßte die beiden, dann bin ich zu Stefan gegangen, der in der Menge stand und mich bis dahin auch noch nicht gesehen hatte, da er mit dem Rücken zu mir stand. Die Überraschung war perfekt, ich lief auf Stefan zu und er konnte es nicht fassen als ich plötzlich vor ihm stand. Vorallem weil er mich an meinem Geburtstag noch gefragt hatte, wann ich denn endlich mal wieder nach Guatemala kommen würde und ich ihm sagte, dass ich es noch nicht wüsste. Zusammen fuhren wir dann nach Hause und dort lag Nickol nichts ahnend schlafend im Bett und wurde erstmal von mir geweckt. Danach ging es auch für mich ins Bett, denn zu der Zeit war es in Deutschland schon 6 Uhr morgens.

 

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